Der lange Weg nach BERLIN



 
1997 1998
1999 2000
2001 2002
2003 Jan./Feb. 2004
Apr./Mai 2004 Mai 2004
Juni 2004 Juli 2004
August 2004 September 2004
Ende September 2004 Dezember 2004
Januar 2005 Februar 2005
März/April 2005 April-Dez. 2005
Das Jahr 2006 Jan. - April 2007
April - Dez. 2007  


1997 Im September wurde ich Augenzeuge bei einem schweren Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang in Verl.
 
1998 Allein in der kleinen Gemeinde Verl gibt es 16 unbeschrankte Bahnübergänge. Also führte mich mein erster Weg zum Bürgermeister, Josef Lahkemper, von Verl. Er war der erste der meine Idee unterstütze. Auch die "Junge Union" in Verl griff meinen Gedanken zur Kombination der beiden Verkehrsschilder auf und verteilte an den Brennpunkten in Verl Handzettel, wo Autofahrer aufgefordert wurden an den Andreaskreuzen die Vorfahrt zu achten.
 
1999 Mit Hilfe der SPD-Ratsfraktion in Verl wurde eine Resolution an den damaligen nordrhein-westfälischen Verkehrsminister Peer Steinbrück verfasst. Der Rat der Gemeinde Verl war bei dieser Aktion einstimmig.
Nun kämpfte ich in einer anderen Liga und hatte hier die Landtagsabgeordneten Gerhard Wächter und Dr. Michael Brinkmeier, sowie den Bundestagsabgeordneten Klaus Brandner an meiner Seite.
 
2000 Die beiden MdL´s stellen im Landtag eine kleine Anfrage an den Verkehrsminister. Auf allen Ebenen stoße ich immer wieder auf eine Wiener Konvention aus dem Jahre 1968, die das kumulieren der beiden Verkehrsschilder verbietet. Und das in Zeiten, wo Europa zusammen wachsen soll!
Erstmals berichtet das WDR-Fernsehen in seinem Fenster OWL (Ost-Westfalen-Lippe) über mein Engagement in Sachen "Mehr Sicherheit an unbeschrankten Bahnübergängen". Als Test haben wir das Stoppschild auf dem Andreaskreuz befestigt und haben dann bei laufender Kamera die Verkehrsteilnehmer beobachtet. Siehe da, alle haben angehalten.
 
2001 Zur Taufe meiner Enkeltochter, lernte ich in Recklinghausen, meiner alten Heimat, den Nachbarn meines Sohnes kennen. Den Landtagsabgeordneten Jamal Karsli, damals noch bei den Grünen und Mitglied im Petitionsausschuss des Landtages. Jamal Karsli klärte mich darüber auf, wie Bürger das demokratische "Werkzeug" Petitionsausschuss nutzen können und versprach mir, mich bei meinem Projekt zu unterstützen. Im August stellte mich Herr Karsli, wiederum in Recklinghausen, dem Landtagspräsidenten Ulli Schmidt vor. Auch er warb darum, in meiner Sache den Petitionsausschuss einzuschalten.
Am 5. Dezember war es dann soweit. Der Petitionsausschuss des Landtagestags tagte in meiner Angelegenheit im Verler Rathaus. Das ZDF berichtete hierüber im Länderspiegel (gesendet im Januar 2002). Ergebnis: Die Bund-Länder-Kommission für Verkehrssicherheit soll sich mit einer Gesetzesänderung befassen.
 
2002 Nach dem Bericht im Länderspiegel bekam ich Post aus der Gemeinde Eggebek (Schleswig-Holstein). Nach zwei schweren Unfällen hatte man hier mit stillschweigender Duldung der Verkehrsaufsicht ein Stoppschild mit dem Andreaskreuz kombiniert. 10 Jahre ereigneten sich keine Unfälle. 1999 wurden dann im Rahmen einer Verkehrsschau die Stoppschilder wieder entfernt. Bis heute haben sich zwei weitere schwere Unfälle ereignet. Klaus-Dieter Rauhut, vom Amt Eggebek, weiß hier zu berichten, dass die Gefährdung an diesem Übergang durch die Aufstellung der Stoppschilder deutlich entschärft und die Sicherheit erhöht wurde. Inzwischen wurden für sehr viel Geld Schranken installiert.
Im Frühjahr ereignen sich zwei schreckliche Unfälle an Bahnübergängen. An einem Übergang mit Halbschranken in Bayern stirbt ein US-Soldat in seinem Militär-LKW. Des weiterem sterben 4 Menschen an einem unbeschrankten Bahnübergang in Baden-Württemberg. Aufgrund dieser Ereignisse wurde ich von Frank Elstner in seine SWR-Sendung "Menschen der Woche" eingeladen und durfte dort über meine Vorstellungen zur Sicherheit an Bahnübergängen berichten. Nach dieser Sendung nahmen Politiker aus Baden-Württemberg und Bayern Kontakt zu mir auf, sie waren von meiner Idee begeistert. Auch überregionale Zeitungen, wie die WAZ, Süddeutsche Zeitung oder die Berliner Zeitung, sowie die AUTO-BILD, berichteten nun über meinen Kombinationsvorschlag.
 
2003 Die demokratischen Mühlen der Ausschüsse mahlen sehr langsam. Inzwischen berichten die Bild am Sonntag und die Fernsehsender Kabel 1 und Vox. Bahnchef Hartmut Mehdorn lässt mir schriftlich seine Unterstützung zu kommen.
 
Jan./Feb. 2004 Am 29. Januar beschäftigte sich dann endlich der Deutsche Bundestag in einer halbstündigen Debatte mit meinem Vorschlag. Ich war sehr erfreut, dass alle Politiker aller Parteien, in diesem Fall an einem Strang ziehen wollen. Gewöhnlich sieht es ja leider anders aus.
(Siehe auch: Aus dem Bundestag).
Ergebnis: Abschließend wird der Ausschuss des Bundestages für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, voraussichtlich im Mai, über eine Gesetzesvorlage entscheiden. Am 4. Februar 2004 schreibt mir der Vorsitzende des Vorstandes der Bahn, Dr. Hartmut Mehdorn: (Auszüge)

"Sehr geehrter Herr Kuhlmann,

ich habe am 26. Januar von Ihnen in der "Berliner Zeitung" gelesen und kann Ihnen nur bestätigen, dass das Thema Bahnübergänge mehr als überholungsbedürftig ist. ...
Auch wenn 98% der Unfälle auf das Fehlverhalten der Autofahrer zurückzuführen ist, haben wir bei der heutigen Situation pro Jahr über 100 Tote, die, wenn die Bahnübergänge besser gesichert wären, noch leben könnten. ...
Wie immer bewegen sich die Dinge nur sehr langsam, deshalb hat mich Ihr Artikel sehr gefreut - steter Tropfen höhlt den Stein."
 
Apr./Mai 2004 Am 24. April berichtet der ARD Ratgeber Verkehr über meine Idee und spricht auch mit betroffenen Lokführern. Denn die haben meistens keine Chance bei Gefahr auf einem Bahnübergang rechtzeitig zu bremsen.

Die für den 28. April vorgesehene Ausschusssitzung der Arbeitsgruppe Verkehr des Deutschen Bundestags wird verschoben, da man die Ergebnisse des Unterausschuss der Bund-Länder-Kommission abwarten möchte.

Der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer, Enkel des ehemaligen Bundeskanzlers, bittet den Verkehrsminister des Landes NRW in einem Schreiben darum, den Kreis Gütersloh bei einem Pilotprojekt (Stoppschild/Andreaskreuz) zu beteiligen.

Auszüge aus einem Schreiben von Verkehrsminister Dr. Horstmann:

"Nordrhein-Westfalen sah von Anfang an bei dem Versuch das Problem, dass in Anbetracht der geringen Anzahl von Unfällen der Versuch über viele Jahre fortgesetzt werden müsste, um aussagekräftig zu sein. Zudem zeigt die Erfahrung, dass Autofahrer am Stoppzeichen auch an Straßenkreuzungen in der Regel nur anhalten, wenn eine soziale Kontrolle vorhanden ist."

Anmerkung: NRW hat als das dicht besiedelste Bundesland, im Vergleich mit Niedersachsen oder Bayern, sicherlich deutlich weniger technisch ungesicherte Bahnübergänge. Trotz alle dem ist es mehr als lächerlich hier von einer geringen Anzahl von Unfällen zu sprechen. Ich widerspreche auch der Aussage, dass Verkehrsteilnehmer nur bei sozialer Kontrolle an Stoppschildern anhalten. Das Stoppgebot ist meines Erachtens bei jedem Verkehrsteilnehmer tief verankert.

Des weiteren ist aus dem Schreiben zu erfahren, dass es nach eingehender Prüfung in NRW nur "1" Bahnübergang gibt, an dem die Kombination von Andreaskreuz und Stoppschild in Frage kommt. Das lässt den Schluss zu, dass alle anderen Bahnübergänge sicher sind. Und das trifft mit Sicherheit nicht zu, denn alleine in der Gemeinde Verl gibt es mehrere ungesicherte Übergänge die schlecht einzusehen sind und ständig von Verkehrsteilnehmern ignoriert werden. So hat zum Beispiel der Kreis Gütersloh eine Verkehrsuntersuchung an dem unübersichtlichen und ungesicherten Bahnübergang am Östernweg in Verl durchgeführt. Diese ergab 1643 Verkehrsbewegungen an 2 Tagen. Tragischerweise ist das der Bahnübergang, an dem ich Zeuge des tödlichen Unfalls im Jahre 1997 wurde.

Am 28. Mai bin ich zu einer Sitzung des Vorstandes der Deutschen Bahn AG (Kommunikation Fahrweg) eingeladen und werde diese Verharmlosung des Verkehrsministerium zur Diskussion bringen.

In einem Antwortschreiben von Dr. Jürgen Rütgers, Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag und stellv. Bundesvorsitzender der CDU, bedankt er sich für mein Engagement und hält es für unterstützenswert. Er will sich auf Bundes- und Landesebene für meinen Vorschlag einsetzen und drängt nach einem Beschluss aus Berlin auf eine zügige Umsetzung in NRW.
 
Mai 2004 Ich habe einen Aufenthalt in Berlin dazu genutzt, um mit einigen Mitgliedern des Fachausschusses Gespräche zu führen. Die Bundestagsabgeordneten Hubert Deittert und Gerhard Wächter nahmen sich ebenso wie Heidi Wright (SPD) und Gero Storjohann (CDU), die beide Berichterstatter ihrer Partei sind, viel Zeit für mich. Ich konnte so die Zahlen der Verkehrszählungen vorlegen, die meine Gesprächspartner sehr beeindruckten. Voraussichtlich Ende Juli 2004 werden Heidi Wright und Gero Storjohann mit weiteren Mitgliedern des Verkehrsausschusses nach Verl kommen und sich der Sache weiter widmen.
 
Juni 2004 Eine Bekannte entdeckt in der April-Ausgabe der Zeitschrift BUNTE unter der Rubrik IN / OUT: Neben Friedrich Merz (CDU) und Fürst Alexander zu Schaumburg-Lippe findet man unter "IN" auch Werner Kuhlmann.

"Seit sechs Jahren kämpft der Rentner Werner Kuhlmann aus Verl (NRW) für besser gesicherte Bahnübergänge. Jetzt der erste Erfolg: In einem Pilotprojekt werden zehn Bahnübergänge mit Andreaskreuz und zusätzlichem Stoppschild gesichert werden. Wir werden nie erfahren, wen Herr Kuhlmann gerettet hat."

Während meines Aufenthaltes auf der Nordseeinsel Wangerooge nutzt die NORD-WEST ZEITUNG die Gelegenheit zu einem Interview und informiert Ostfriesland über meine Idee. Der Redakteur hat sich für seinen Artikel unter anderem auf meiner Internetseite schlau gemacht.
 
Juli 2004 Am 6. Juli wird die im Mai ausgefallene Vorstandssitzung der Bahn AG nachgeholt.

Die wichtigste Zusage kam während meines Urlaubs auf Wangerooge. Der Ortstermin mit den Bundestagsabgeordneten des Fachausschusses wird am 29. Juli in Verl stattfinden. Hier wird höchstwahrscheinlich die Entscheidung für ein Gesetz getroffen. Hiermit möchte ich alle interessierten Bürger, Politiker und Medienvertreter zu diesem Termin einladen. Genaue Daten werde ich in Kürze auf meiner Internetseite veröffentlichen.

Am Donnerstag, dem 29. Juli 2004, war dann sein großer Tag. Der Verkehrsausschuss des Bundestages kam zu einer Anhörung und einem Ortstermin nach Verl. Heidi Wright (SPD) und Gero Storjohann (CDU), beide Berichterstatter ihrer Parteien in Berlin, haben sich von seiner perfekt vorbereiteten Pressekonferenz im Verler Rathaus überzeugen lassen. Einstimmige Meinung:

"Wenn wir jetzt die entsprechenden Mehrheiten zusammen bekommen, ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zum Gesetzentwurf."

Da hier, ausnahmsweise, beide Parteien an einem Strang ziehen, sollte es dabei aber keine Schwierigkeiten geben. Begleitet wurden die Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker den ganzen Tag von zwei Kamerateams. WDR-Aktuell konnte schon nachmittags berichten, Kabel 1 hat aufgezeichnet und wird demnächst einen längeren Bericht senden. Einer seiner langjährigen Befürworter, Sven-Georg Adenauer, Landrat des Kreises Gütersloh und Enkel unseres ersten Bundeskanzlers, hat es auf den Punkt gebracht:

"Bekomme ich heute ein Signal aus Berlin oder Düsseldorf, dann lasse ich morgen die Schilder aufbauen".
 
August 2004 "Dass ich noch am leben bin, ist ein Wunder" so die Worte des niedersächsischen Landtagsabgeordneten und Bürgermeister der Gemeinde Landesbergen Willi Heineking. Im Herbst 2002 wurde er an einem unbeschrankten Bahnübergang in seiner Heimatgemeinde von einem Güterzug erfasst. Sein Audi A8 wurde von dem mit 2700 t Kohle beladenen Zug 500m mitgeschleift. Nur wenige Minuten später konnten die Rettungskräfte den Politiker schwer verletzt aus dem Wrack befreien. Schlüsselbeinbruch und Prellungen, Glück gehabt.

Diesem tragischen Unglück verdanke ich nun die Unterstützung von Willi Heineking. Diese Verbindung ist inzwischen so gut, dass ich jetzt mit der Seniorenwandergruppe des TV-Verl seiner Einladung nach Landesbergen nachkommen konnte.
 
September 2004 Am 2. September brachte der Sender Kabel 1 einen fast 10-minütigen Beitrag über die Stoppschild-Aktion und den Besuch des Verkehrsausschusses in Verl. An dieser Stelle möchte ich mich für die gelungene Reportage des Senders bedanken. Wie immer nach solchen Highlights stieg die Zahl der Besucher auf meiner Homepage. So zeigten zum Beispiel die Landesregierung NRW, die Bahn-AG und verschiedene Zeitungsverlage ihr Interesse.
 
Ende September 2004 Auch im Süden unserer Republik hat man von meinem Kombinationsvorschlag gehört. Bei zwei Ortsterminen in den bayrischen Gemeinden Murnau und Pfronten konnte ich Vertretern der Bahn AG und Politikern meine Idee vorstellen. Das Füssener Blatt schreibt:

Hoffen auf das Signal aus Berlin / Bald sollen Stoppschilder Bahnübergänge sicherer machen

"Mit dem einfachen Menschenverstand ist nicht nachzuvollziehen, dass so eine einfache Lösung nicht praktiziert wird." Bürgermeister Beppo Zeislmeier fasste bei einem Ortstermin am Bahnübergang Badstraße in Pfronten zusammen, was wohl alle Teilnehmer dachten: Ein Stoppschild auf dem Andreaskreuz könnte die Unfallgefahr an unbeschrankten Bahnübergängen deutlich reduzieren. Seit nun mehr sieben Jahren kämpft der Rentner Werner Kuhlmann aus dem nordrhein-westfälischen Verl für diese, seine Idee. Und noch immer steckt sie in den Mühlen der Bürokratie.

Beppo Zeislmeier, der auch noch stellvertretender Landrat ist, flehte förmlich nach Berlin: "Bitte lieber Bundestag, entscheide dich für diese günstige Lösung." Denn auch während diesem Ortstermin verhielt sich kein Verkehrsteilnehmer verkehrsgerecht am Andreaskreuz am Bahnübergang "Badstraße". Hier gibt es zwischen Schleswig-Holstein und Bayern, quer durch die Republik, keinen Unterschied bei den Autofahrern. Hier sind alle Deutschen gleich, dass Andreaskreuz findet nur sehr selten seine gesetzliche Beachtung. "Sobald der Bundestag entscheidet, ist es eine Frage von Minuten, dass hier das Stopp-Schild hängt." sagte Zeislmeier abschließend. Eine ähnliche Aussage kennen wir ja schon von Landrat Adenauer (Kreis Gütersloh). Vielleicht können die Landräte ja bald schon aktiv werden, da gestern (28.09.04) der Verkehrsausschuss in Berlin tagte. Ergebnisse liegen mir leider noch nicht vor, werden aber selbstverständlich nach bekannt werden hier sofort veröffentlicht.
 
Dezember 2004 Die letzten Schritte zur Gesetzesumsetzung sind nur noch Formsache. Am 15.12.2004 haben alle Fraktionen, das heißt SPD, CDU, Die Grünen und die FDP, im Fachausschuss meinen Vorschlag zur Kombination des Stoppschildes und dem Andreaskreuz einstimmig beschlossen. Im Januar geht es im Bundestag in die zweite Lesung. Nach der dritten und letzten Lesung ist es dann geschafft. Endlich! Ich freue mich riesig über diesen Erfolg. Schon jetzt geht es darum die entsprechenden Entscheidungsträger über diese Neuerung zu informieren, damit nach Erlass des Gesetzes die Änderungen an gefährdeten Bahnübergängen umgesetzt werden können.
 
Januar 2005 Das Jahr 2004 endete für mich mit zahlreichen Ehrungen in den Medien. Immer unter der Rubrik "Menschen des Jahres". Nach der Sitzung des Verkehrsausschusses im Dezember zeichnete sich ab, dass der nächste Termin zur 2. + 3. Lesung im Bundestag nur eine Formsache ist. Am Donnerstag, den 20. Januar, wurde dann in einer bis in die Nacht dauernde Bundestagsdebatte meine Idee als Gesetz verabschiedet. Dieses benötigt letztlich noch eine Zustimmung im Bundesrat, da es sich um eine zustimmungsbedürftige Verordnung handelt, sodass nach dieser wohl letzten bürokratischen Hürde im Herbst dann endlich das erste "Kuhlmannschild" installiert werden kann. Noch am selben Abend konnte ich ein Team vom WDR 2 in Verl begrüßen. Diese Neuigkeit ging dann am nächsten Morgen im Radio auf Sendung. Den Freitagmorgen verbrachte ich mit einem Kamerateam des WDR. Der Beitrag wurde abends bei WDR-Aktuell ausgestrahlt. Die Schlagzeilen der Zeitungen lauteten:

Bundestag für Kuhlmann-Idee, Kuhlmanns Stoppschild kommt noch 2005, Bundestag befürwortet Idee von Werner Kuhlmann, Bundestag genehmigt Kombischild-Große Freude bei Werner Kuhlmann.

So verbreitete sich die Nachricht rasch in Nordrhein-Westfalen und an diesem Wochenende stand das Telefon nicht still. Besonders gefreut hat mich das Glückwunsch-Fax von meinem guten, alten Bekannten Peter Hahne, stellvertretender Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios.
 
Februar 2005 Noch ist kein Menschenleben durch meine Gesetzesinitiative gerettet worden, doch zeichnet sich ab, dass auch im Vorfeld ganz andere Erfolge möglich sind. Hier ein Beispiel aus der Gemeinde Pfronten im Allgäu:

Sehr geehrter Herr Kuhlmann,
über unsere Allgäuer Zeitung und Ihr Fax habe ich erfahren,
dass es endlich geklappt hat.
Herzlichen Glückwunsch zu diesem großartigen Erfolg.
Durch Ihr hartnäckiges und konsequentes Auftreten ist es Ihnen gelungen,
die politischen Entscheidungsträger zu einer effektiven und zugleich kostengünstigen Sicherheitslösung an unbeschrankten Bahnübergängen zu bringen.
Wir in Pfronten haben daraus schon die Konsequenzen gezogen und den möglichen Bereitstellungsbeitrag für eine technische Lösung in Höhe von 250.000 Euro bereits aus unserer Finanzplanung gestrichen.
Ich freue mich für Sie und uns alle.

Zeislmeier
Erster Bürgermeister
 
März/April 2005 Auch in meiner alten Heimat, dem Kreis Recklinghausen, hat man meinen Erfolg in Berlin wahrgenommen. Landrat Jochen Welt hat alle wichtigen Informationen rund um die neue Sicherheit an unbeschrankten Bahnübergängen an den Deutschen Städte- und Landkreistag weitergegeben. Dieses war ein sehr hilfreicher Schritt, gilt es doch noch rechtzeitig den kleinsten Winkel unserer Republik zu erreichen, damit im Herbst dann tatsächlich flächendeckend die neue Schilderkombination installiert werden kann.

Dank eines ausführlichen Berichts in der AUTO-BILD vom 11. März ist meine Internetseite international geworden. Zugriffe aus den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich, Italien, Schweden, der Schweiz und Österreich konnte ich verzeichnen. Besonders gefreut habe ich mich über die Reaktionen in Form von Gästebucheinträgen und Leserbriefen in der folgenden AUTO-BILD. Einen Gästebucheintrag möchte ich hier wiedergeben.

Sehr geehrter Herr Kuhlmann,
aus der Zeitschrift Autobild habe ich einen Artikel über Ihre beherzte Initiative gelesen und er hat mich sehr beeindruckt. Mein Mann Michael hatte einen schweren Verkehrsunfall am 04.04.2001 an einem unbeschrankten, nur mit Andreaskreuz gekennzeichneten Bahnübergang. Schwer verletzt hat er, Gott sei Dank, überlebt. Zu dem Zeitpunkt war er 29 Jahre. Er besucht heute noch zwei Tage die Woche eine Rehaklinik, wo er therapiert wird. Es war wie bei Ihnen, erst dann wenn man am eigenen Leib erfährt und sieht wie schrecklich ein Unfall aussehen kann, wird man die Bilder nicht mehr los. Ich selbst habe meinen Mann in dem Wrack liegen sehen. Ich habe dann nach einem Jahr versucht mit Unterschriftaktionen die Bahn dazu zu bewegen etwas zu tun, damit es keine unbeschrankten Bahnübergänge mehr gibt, Vergeblich. Es wird tragischer Weise hingenommen, dass Menschen Ihr Leben verlieren od. körperlich, geistig behindert sind, nur um kein Geld für die Sicherheit des Mensches zu gewährleisten. Ich bewundere Sie und hoffe, dass Sie sehr viel Erfolg haben werden. Wenn Sie auf Unterstützung od. Hilfe zurückgreifen möchten, helfe ich Ihnen sehr gerne.

Mit freundlichen Grüßen

Michaela Donau


Ich bin mir sicher, dass man in Zukunft mit meiner Schilderkombination Gefahren für Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer abwenden kann.
 
April-Dez. 2005 Es ist die Zeit des Abwartens gekommen, warten auf die letzte Entscheidung im Bundesrat. Geplant für den September, sodass die ersten Stoppschilder im Oktober hätten aufgestellt werden können. Doch die Neuwahlen zum Deutschen Bundestag haben dieser Planung einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nach den neusten Informationen aus Berlin, soll die Bundesratsentscheidung im Frühjahr 2006 nachgeholt werden. Hier trage ich die Hoffnung, dass es bis dahin nicht all zu viele Unfälle an unbeschrankten Bahnübergängen gibt. Denn im Herbst hatte ich die Gelegenheit, mit einem Unfallopfer über meinen Vorschlag zur Verkehrssicherheit zu diskutieren. Der 78-jährige Warendorfer, Alfred Klinge, hatte im September einen Unfall, mit einem Zug an einem unbeschrankten Bahnübergang, in Herzebrock überlebt. "Ich hatte den Zug wirklich nicht gesehen", sagte er nach dem Unfall, der in der Presse "Das Wunder von Herzebrock" genannt wurde. Als ich ihm im Gespräch von meiner Stoppschildaktion erzählte, versicherte er mir, dass es, wenn dort ein Stoppschild gestanden hätte, niemals zu diesem Unglück gekommen wäre. Alfred Klinge hat noch nie in seinem Leben ein Stoppschild ignoriert. Dieser Vorfall zeigt, wie wichtig es ist, das die Schilderkombination schnellst möglich genehmigt wird.

Schon in den Anfängen meiner Stoppschildarbeit hatte ich Unterstützung bei dem NRW-Politiker Dr. Norbert Lammert gefunden. Jetzt in seiner neuen Tätigkeit als Bundestagspräsident hat er mir einige freundliche Worte zukommen lassen. "Ich unterstreiche noch einmal, dass ich ihr Engagement außerordentlich begrüße und es gern unterstützt habe. In der Hoffnung, dass Sie auch künftig mit wachem Auge Ihre Umgebung wahrnehmen und sich engagiert um Dinge bemühen, die verbessert werden müssen".
(Auszüge aus dem Schreiben)
 
Das Jahr 2006 In das Jahr 2006 bin ich mit viel Optimismus gestartet. Sollte doch noch in diesem Jahr die erste Kombination aus Andreaskreuz und Stoppschild aufgestellt werden. Auch die erste große Auszeichnung wurde angekündigt. Die CDU verlieh mir für mein engagiertes Eintreten zur Rettung von Menschenleben an unbeschrankten Bahnübergängen die Konrad-Adenauer-Medaille. Bei einem Festakt in Verl ehrte mich der Enkel des Altkanzlers, Sven-Georg Adenauer, mit dieser hohen Würde.
Der Bundesrat, als letzte Instanz, sollte im März grünes Licht für die Schilderkombination geben. Inzwischen wurde die Entscheidung im Bundesrat dreimal verschoben. Ein Zeitverlust zu Lasten der Verkehrsteilnehmer. Trotzdem es meine Gesetzesinitiative bis in die höchsten Gremien unseres föderalistischen Staates geschafft hat, ist nun wieder der Bund-Länder-Fachausschuss auf den Plan gerufen worden. Und dieser, u.a. besetzt mit Lobbyisten und Betonköpfen, will die inzwischen seit langem vom Bundestag beschlossene Gesetzesinitiative wieder kippen. Mit der von mir ins Leben gerufenen Idee zur Kombination von Andreaskreuz und Stoppschild, wäre die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet. Die Mehrheit der Ländervertreter lehnt es ab, sich mit dem vorliegenden Entwurf inhaltlich auseinanderzusetzen, da das Vorhaben aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht zu verantworten sei.
Fakt ist: Durch den einstimmigen Beschluss des Bundestages vom 20.01.2005 wird der politische Auftrag begründet, wonach die Bundesregierung im Zusammenwirken mit den Bundesländern die Möglichkeit der Doppelbeschilderung von Andreaskreuz und Stoppschild an dafür geeigneten Bahnübergängen in der Straßenverkehrsordnung verankern soll.
Das Interesse der Parlamentarier an der baldigen Umsetzung dieses Beschlusses ist weiterhin sehr groß.

Welchen Beitrag die Doppelbeschilderung zur Verkehrssicherheit leisten kann, hätten die Mitglieder des Bund-Länder-Fachausschusses durchaus auf meiner Internetseite nachlesen können. Beispiele gibt es genug! Gerne stelle ich auch den interessierten Herrschaften auch einige Fernsehaufzeichnungen zur Verfügung, die belegen können, wie sich das Stoppschild an einem unbeschrankten Bahnübergang auswirkt. Hier zeigt sich, dass die Verkehrsteilnehmer, wie vorgeschrieben, stehen bleiben und den Übergang vorsichtig passieren.
Mir kommt es jetzt so vor, als hätte ich fast neun Jahre mit einer Parkuhr geredet.
 
Jan. - April 2007 Das durchaus fahrlässige Verhalten des Bund-Länder-Fachausschusses hat die Presse in unserem Land aufhorchen lassen. Ob "Berliner Zeitung" oder die "Allgäuer Zeitung". Die Medien harkten kritisch nach. Es ist ja auch schon ein ganz besonderes Kabinettstückchen, so gerade richtig für die Presse. Für besonderes Aufsehen sorgte die Nachbereitung des Themas in der "AUTO-BILD". Hierauf gab es endlich wieder Bewegung in Sachen "STOPP-SCHILD". Nicht nur das sich viele Bürger bewogen fühlten ihre Meinung in Leserbriefen zu verfassen, sondern auch auf politischer Ebene regte sich endlich wieder was. Landtagsabgeordnete stellten ihrem Parlament unbequeme Fragen, warum ihr Land im Bundesgremium diesen einfachen, wie kostengünstigen Vorschlag zur Rettung von Menschenleben an unbeschrankten Bahnübergängen abgelehnt hatten. Heraus kamen, wie gewohnt, fadenscheinige Ausreden ohne sachgemäß nachvollziehbare Begründung. In den Leserbriefen ging es teils so weit, dass hier ein klares Votum zur weiteren Politikverdrossenheit heraus kam. Inzwischen liegt dem Petitionsausschuss des Bundestages meine Beschwerde vor. Nicht auszuschließen ist, dass ich mir, bei weiteren fahrlässigen Verzögerungen, Gehör beim Bundespräsidenten verschaffe. Wie sagt man in meiner Heimat: "Glück auf"! Zu wünschen wäre es. Hier möchte ich die Möglichkeit wahrnehmen, den über 4250 Besuchern meiner Internetseite für ihr Interesse zu danken.
 
April - Dez. 2007 Inzwischen habe ich den Petitionsausschuss des Bundestags eingeschaltet. Und endlich sehe ich wieder ein kleines Licht am Ende des Tunnels. Der Ausschuss hält die Kombination von Andreaskreuz und Stoppschild grundsätzlich für geeignet und ist der Auffassung, dass hierdurch Unfälle verhindert und Menschenleben gerettet werden können. Hinzu kommt, dass es sich im Vergleich zu einer Nachrüstung mit Schranken, um eine tatsächlich kostengünstige Alternative handelt, die zudem technisch einfach zu verwirklichen ist. Dass die Bundesländer sowie einige Verbände in der Zulassung der Kombination eher eine Gefahr für die Verkehrssicherheit sehen, kann der Petitionsausschuss nicht nachvollziehen. Des Weiteren empfiehlt der Ausschuss der Bundesregierung/BMVBS sich weiterhin verstärkt dafür einzusetzen, dass der Auftrag des Bundestages erfüllt und dem Petenten zum Erfolg verholfen wird.
Der Petitionsausschuss des Deutschenbundestages hält meine Schilderkombination nicht nur für geeignet, sondern für erforderlich.
Hier möchte ich mich im Besonderen für die Unterstützung verschiedener Abgeordneter des sächsischen Landtags bedanken, die sich für meine Schilderkombination und somit für den Schutz von Menschenleben stark machen.